Wortwörtlich auffassende Aphorismen

Wer mich beim Wort nimmt, dem gebe ich mich gerne.
Anstand steht jedem gut an.
Das Wort macht das von der Einsicht genommene und aufgeteilte Sein zugänglich dem Wollen, Wünschen und Erkennen.
Wem alles eins ist, der ist bald all-ein.
Gram macht lahm.
Erst wenn man etwas zuläßt, kann man darin aufgehen.
Möglich ist dir nur das, was du zu mögen vermagst.
Nimm die Menschen bei ihrem Wort.
Wo Widerlegungen feststehen, da steht deren Widerlegung an.
Rutsche lieber mit deinen Füßen aus als mit deinen Worten.
Was nicht der Rede wert ist, hat keinen.
Wer die Konsequenzen nicht zieht, den ziehen sie.
Alles Zweckhafte bleibt haftend am Zweck.
Die Trennung war einvernehmlich, denn zuvor hatte man sich einander zu wenig vernommen, nachdem man sich im anderen hatte vertan.
Lass mich erstmal zu mir kommen, dann komme ich auch zu Dir.
Verändern will man immer nur die Anderen.
Wenn man sich nicht bewegt, bewegt sich nichts.
Wer sich für andere schämt, dem fehlt jedes Schamgefühl.
Menschen, die nicht zu befriedigen sind, könnte man anbieten, sie für immer zu befrieden.
Schlechtes Gewissen zeugt von gutem Wissen.
Aufbegehren - wohin sonst?
Wer sich zu etwas berufen fühlt, der sollte antworten.
Für sich genommen ist alles für sich.
Der einzige Schlüssel zum Dasein ist ein dauerendes Da-Sein.
Mehr Würde, mehr Sein, mehr Werden.
Eine zur Lässigkeit tendierende Nachlässigkeit steht jeden gut an.
Wer immer nach den ersten Gründen strebt, der geht zugrunde.
Wem daran liegt, anderen zu zeigen, wie geistreich er ist, der will in seiner Armut nicht erkannt sein.
Sage nicht, daß sich etwas für dich ausgezahlt hat, wenn die Zahlung noch im Gange ist.
Versagen dürfte dem Wort nach in erster Linie ein Sprachmangel sein. Demnach ist jedes Versagen, welches einem nicht durch das Verschulden anderer zuteil wird, ein ausgesprochenes bzw. unausgesprochenes Sich-Versagen.
Den besten Umgang mit Menschen pflegt der, welcher diese gut zu umgehen weiß.
Was sich als richtig herausstellt - wie falsch ist das oft!
Die größte Qual der Medienvielfalt ist, daß mehr angesagt wird als angesagt ist.
Eine Erfahrung ist nur dem möglich, der bereit ist zur Bewegung.
Beziehe einen Standpunkt erst, wenn Standfestigkeit vorhanden ist zuvor.
Was man anfängt, fängt man sich ein und verfängt sich darin zugleich.
Erkanntes Lugen läßt erklugen.
Es gibt Intrigantere und andere.
Jeder Wert entsteht aus Wertung nur.
Viele befinden sich schon jahrelang in Zweifelhaft.
Wer sich vor etwas drückt, der ersetzt den Druck der Herausforderung durch den Druck einer Verweigerung.
Bei wem in einer Sache Versprechen und Halten nicht eins ist, bei dem geht etwas entzwei.
Wer auf Probleme stößt, der ging einen Schritt zu weit.
Wer sich bei dir beklagt, der will von dir ein Urteil zu seinen Gunsten hören.
Manche Meinung wird so vehement vertreten, daß sie kaum noch zu erkennen ist.
Wer sich vorsieht, hat später kein Nachsehen.
Wenn keine Besserung eintritt, dann trete eben Du hinaus zu ihr.
Allzu leicht zählt sich hoch, was Leute sich erzählen.
Kein Resultat ohne eine Tat als solche.
Unter denen, die kein Herz für andere haben, haben manche gar keins.
Wo kein Verständnis ist, da fehlt es an Verstand.
Was einem gebührt, wird ihm geboren, sobald er sich gebührend gebärdet hierzu.
Sähe man die Vorsehung vorher, könnte man sich vorsehen.
Wer mit allem rechnet, kommt zu großen Ergebnissen.
Wo man sich befindet, da möge man sich finden.
Wer auf dich baut, der wird dir lastig.
Alle wenn und aber sind zuhaus im Niemalsland.
Nach langem vergeblichen Kampf war er schließlich von sich eingenommen.
Wer Überlegungen anstellt, der steht um Überlegenheit an.
Wem die Einsicht fehlt, dem fehlt auch alles zweite.
Wer sich nicht sicher ist, dem ist nichts sicher.
Nörgeln ähnelt dem Sörgeln.
Alles Ausführliche führt hinaus.
Des allen Gang ist die Vergänglichkeit.
Verzweifelt sucht man das Wahre und kaum ist es einem gegenwärtig, fällt es schwer, es wahr zu nehmen.
Wenn einer zurückgeblieben ist, dann ist er dort, wo andere schon waren - und das ist deren Sache, nicht die seine.
Je mehr man sich eins ist, um so einfacher ist das.
Es ist nicht nur alles einfach - es ist sogar alles eins.
Laß Dich nicht beeindrücken.
Was man nicht ertragen kann, sollte man liegen lassen.
Wer sich aushalten läßt, ist nicht zum aushalten.
Jeder Rückblick bringt ein Weniger an Vorsicht mit sich.
Folgt man dem, was in anderen vorgeht, dann ist man denen voraus.
Alles Feststehende neigt zum Umfallen
Wenn einer sagt, daß sich etwas so gehört, dann gehört demnach dieses sich selbst und man sollte sich deshalb nicht mühen, daran Teil zu haben.
Wenn einer sagt, etwas gehöre sich nicht, dann meint er, es gehöre ihm allein.
Jeder Zusammenhang hängt auch noch an andren dran. So hängen alle dann zusammen an einem dran - solang, bis einer sie wieder sammeln kann und sie wieder fügt zu einem dann.
Wer keine Zeit zu verlieren hat, der hat gar keine.
Die Gelegenheiten sieht nur, wer dazu in der Lage ist.
Was die Vorgabe vorgibt zu sein, das ist die Gabe des Davorseins allein.
Ein Zweifler ist grosser Schöpfer, denn so gross ein Seiendes auch sei, reicht auch seine Kraft stets bis zu dessen Ende.
Wenn Dir etwas vorschwebt, dann bringe es zur Landung.
Wer mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.
Je mehr man sich in etwas einmischt, um so mehr geht man darin verloren.
Eine Überlegung dient der Überlegung eines Bestehenden. Dies ist heute dermassen zur Unsitte geworden, dass man sie anstellen muß.
Vorrat ist der klügste Rat.
Nur wer sich zumutet, Mut zu haben, der hat auch den Mut, diesen zu haben.
Lästern dient der Lastung eines anderen.
Je mehr Besitz, desto weniger Bewegung.
Weichen kann man aus oder stellen.
Nicht alles, was man anspricht, spricht jeden an.
Wenn man im Recht ist, dann muß man sich nicht verteidigen,
wenn man nicht im Recht ist, dann noch weniger.
Wenn einer sagt, daß etwas seinen Sinn hat, dann hat es den seinen.
Grösstes Gut gewinnt man mit Güte nur.
Manche benehmen sich so sehr, daß sie ganz verhalten sind.
Wer etwas in Frage stellt, der will es auch da hinein gestellt belassen. Daher lasse man ihm als freundliche Geste zumindest einen Schein der Bestätigung, damit dieser mit seiner Weltordnung nicht mehr als nötig lästig werde, indem er sich zu einer Ereiferung bemüßigt sieht.
Wer von einer Idee oder einer Sache oder von sich selbst zu sehr besessen ist, der erscheint alsbald als Arschgesicht.
Was einem nicht vorkommen darf, das folgt ihm hernach allenthalben.
Wer sagt, daß einem recht geschieht, der hat linke Gedanken meist.
Er war bis zur Häme bewaffnet.
Er war geduldig wie ein Damm.
Was weit verbreitet ist, hat zunächst mal keine andere Größe als diese Breite nur.
Wer Dummheiten begeht, der hat keinen Grund als ebendiesen.
Wer Dummheiten begeht, der kommt besser vorwärts als einer, der alles verstehen will, denn der erste geht, der zweite steht.
Wer seine Hände in Unschuld wäscht, wird wohl Grund dazu haben.
Wer gut erreichbar ist, der kann auch reich werden.
Wo etwas zu sehr ausgelegt wird, da geht der Überblick verloren.
Wem eine Sache zu denken gibt, der möge sich bedanken.
Wie man etwas ansieht, so wird man angesehen.
Zuviel denken ist bedenklich.
Ein Betrug, den du begehst, der wird bleiben dein Weg.
Wer Ziele verfolgt, der wird sie nie erreichen.
Wer alles wagt, sollt alles wägen.
Selbstzufriedenheit ist der erste Schritt zu friedlichen Koexistenz.
Wer den Sieg zu oft davonträgt, dem geht er verloren.
Verwirke nicht die Wirklichkeiten deiner Verwirklichung.
Manche tragen soviel Würde mit sich, dass sie nicht kommen zur Tat.
Alles Anhangliche ist lastig.
Ein Übereinkommen ist sinnvoll - jedoch: wer ist der eine, über den alles kommt?
Je mehr Einsehen, desto unwichtiger werden Aussehen und Ansehen.
Wer sich Mühe geben will, der gebe bitte nur sich und schone die anderen.
Wer dich fordert, fördert dich,

wer dich fördert, entortet dich,

wer dich entortet, fordert dich.
Wovon sprichst du und vor allem: wohin?.
Man zeige Überlegenheiten im persönlichen Umgang immer in einer annehmbaren Weise, indem man sie mit unterordnenden Worten begleite und indem man jedem Vergleich und jeder Gegenüberstellung freundlich begegne - und zwar auf gleicher Augenhöhe.
Wer benommen ist, der frage sich, wer ihm das nahm.
Das allgemeine Sichgehenlassen wäre ein der Gesellschaft nützlichstes Tun, wenn nicht bereits das Gehen als Prinzip an sich umfassend und allgemein verkommen wäre. Verkommen durch all die Geknickten und Gebrochenen, verkommen durch das Kriechen und das Strammestehen, verkommen durch das Stillestehen und Durchehalten, verkommen durch zögerlichen Stillestand und weinerlichstes Dulden und durch abgelenktes Irregehn und all den anderen Formen, welche da dem angepassten Sichverhalten dienen.
Nur die Wahrheit währt.
Verzagen zeugt Versagen.
Wer auf zuviel eingeht, der geht ein.
Verbrauche nur, was Du brauchst.
Heute ist der Tag zum Heitersein,
morgen ist der Tag zum Sorgen,
gestern der Tag zum finsteren Verweilen.
Wer sich um nichts kümmern muß - glücklich ist der.
Feststellungen machen unbeweglich.
Jeder Verlust ist Lust.
Jeder Kampf ist Krampf.
Jedes Versagen gründet in einem sich Versagen der möglicher Größe und Möglichkeiten.
Wer um etwas kämpft, der kämpft diesem Begriff nach um diese Sache herum. So läßt es sich stets nur neben und abseits einer Sache um diese kämpfen, weshalb in jedem Kampf um eine Sache den Kämpfenden stets die Sache selbst verloren geht und man sich diese deshalb stets nur auf friedvollen Wegen erhalten kann.
Wer mit etwas nicht umgehen kann, der sollte es umgehen.
Der Nachteil ist der Teile, der bleibt, nachdem der Vorteil genommen ist. So sind sie abgesehen von dieser Reihenfolge und von einem willkürlichen Standpunkt, welcher als beliebiger Scheidepunkt irgendwo zwischen dem ersten und dem letzten Teil jedem Teil ein „Vor“ und „Nach“ zuweist, alle Teile einander recht ähnliche Anteile vom Ganzen - auch wenn sich nach dem ersten Teil meist alle anderen gerne so zu geben pflegen, als wären Sie völlig leer ausgegangen und als hätte das Ganze nur bestanden aus dem einen Teil, der nach der ersten Teilung fehlt.
Wort halten kann nur der, der es zuvor ergriffen hat.
Behalte nur, was dir Halt gibt.
Je kleiner der Verstand, desto größer die Chance zum Einverständnis.
„Alles in Ordnung“ sagst Du – in deiner?
Je verrückter uns etwas macht, desto weiter kann es uns voranbringen.
Aufgeben ist das letzte Geben.
Nur wer ums Leben kommt, der kommt ums Leben herum.
Ob etwas mit Dir zu tun hat, erkennst du daran, daß es etwas an oder mit oder bei dir tut.
Wenn wir Sprache wörtlich nähmen - wo dächten wir da hin?.
Ich würde gerne sagen, was ich sagen könnte.
Viele Wörter kommen zur Sprache - doch woher stammen diese?.
Wer nichts zu sagen hat, sollte es auch nicht tun.
Wer weiß, wovon er spricht, der weiß nicht unbedingt zugleich wohin.
Wenn man sagt, es hätte einer etwas verdient, so gilt dies nur für Dinge, wo es de facto so ist und nicht für schicksalhafte Fügungen. Denn hier gibt es nichts zu dienen. Wer also hier nicht eigener Herr seines Schicksals ist, der ist deshalb nicht gleich als dienender Sklave zu sehen, sondern er bleibt dann ein blinder und dummer oder zumindest irrender Fürst seines Lebens auf großer, freien Willens aufgenommener Wanderschaft.
Wenn wir Sprache wörtlich nähmen - wo dächten hin wir da?.
Ich würde gerne sagen, was ich sagen könnte.
Viele Wörter kommen zur Sprache - doch woher stammen diese?.
Wer nichts zu sagen hat, sollte es auch nicht tun.
Wer weiß, wovon er spricht, der weiß nicht unbedingt zugleich wohin.
Wovon sprichst du und vor allem: wohin?
Wer seine Ruhe sucht, findet manchmal eine andere.
Wenn Du dich umsiehst, während Du dich umziehst und Du dort nicht siehst, wie Du Dich dorthin umsiehst, während Du Dich umziehst, dann steht der Spiegel woanders.
Was man nicht beherzigt, steht danach herzlos im Weg herum.
Wer nicht wird, der er wäre, wird irgendwann nie etwas gewesen sein.
Die Eile Welt.
Mit mancher Unternehmung hat man sich übernommen schon.
Manche suchen nach Worten, manche ringen darum, manche gebrauchen sie, manche wählen sie, manche vermögen es, diese zu finden – manchmal die richtigen gar.
Verzweiflung wäre ein Hoffnungsschimmer für mich - so verdreifelt bin ich.
Kaum erschien der Schein, schon schien er wieder weg zu sein.
Für sich genommen ist alles für sich.
Nicht ich Nicht. Licht ich Licht.
Widerstand wird da geleistet, wo man meint, man könne ihn sich leisten.
Wer „schade“ sagt, der stärkt den Schaden, indem er „schade!“ sagt.
Im Anfang war das Wort - doch welches?.
Wortlosigkeit ist Ortlosigkeit - leider gilt dies nicht bei allen auch umgekehrt.
Jedem vollendeten Gedanken und jeder vollkommenen Idee folgen sogleich die Aber und die Ausserdem.
Etwas frei willig machen.
Ob das schon Dagewesene auch dort schon war, muß offen bleiben da.
Was würde, wenn es so wäre, dass das Würde des Menschen tastbar wäre?
Wem das Wort erteilt wird, der soll es auch halten.
Seine Zunge war mit Zitaten belegt.
Wo böse Worte fallen, da lasse man die liegen.
Man sollte immer alles Gesagte und Geschriebene möglichst wörtlich nehmen, um dem anderen zum einen seine Kommunkationsbereitschaft und -fähigkeit zu signalisieren und um diesem zum anderen zu zeigen, daß man jenseits eigener Interpretatioon und Erwartung völlig offen für seine Gedanken ist - so abwegig diese auch sein mögen.
Wie die Dinge wohl waren, bevor sie Waren waren?.
Wer auf der Stelle tritt, der will nicht mit den Schnellen mit.
Gram macht lahm.
Wer sich verantwortlich fühlt, der bleibt noch die Antwort schuldig.
Gefallen an etwas findet nur einer, der daran auch suchen mag.
Jedes Begreifen ist nur möglich über den Begriff. Das macht die Sprache so wichtig und das macht die Sprachverderber so gefährlich.
Einigung ist der natürliche Feind der Entzweiung.
Nichts ist gerecht - alles ist echt.
Wer kein Aufhebens um etwas machen will, was ihn eigentlich stört, der wird früher oder später genau darüber stolpern müssen.



Ralf Rabemann

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Zitate
⇒ siehe auch: Deutsches Wörterbuch

texte/aphorismen/wortwoertliches.txt · Zuletzt geändert: 2016/11/30 21:20 von rabemann
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