Aphoristische Folgerungen

Wie man auch sich wendet: immer dreht dann alles sich gleich.
Gäbe jeder seinem Nächsten einen Teil seiner Freuden

und nähme auch jeder seinem Nächsten

ein Stück seiner Trübsal und Last -

wie glücklich wären wir Menschen

und wie schön würde die Welt!
Wenn nichts mehr geht, dann gehe du den ersten Schritt.
Alles sei wie es ist, sonst geht alles daneben.
Wer die Bedingungen nicht begreift, den ergreifen die Umstände.
Wer dich auslegt, will dich reinlegen und danach auf Dir stolzieren.
Wer auf alles eine Antwort weiß, der lügt.
Einmal Qual der Wahl, immer Wahl der Qual.
In allem sei, der du bist, aber lass, was dir soll sein.
Was man wehrt, das hat man zu ehren versäumt.
Was nicht sein darf - vielleicht ist es schon.
Wer nichts bewegt, dem bewegt sich nichts.
Alles, was zu Tage tritt, hat eine Nacht gehabt zuvor.
Wenn man dem nachgibt, was einer vorgibt zu sein, dann scheint er einem das zu sein, was er scheinen will zu sein.
Je lauer der König, desto klauer der Untertan.
Wenn einer etwas zu sein oder zu haben vorgibt, dann war oder ist er es oder er hatte oder er hat es in irgendeiner Weise auch - und sei es auch nur in einer der vielen Arten von Wahn.
Wer nicht in der Worthaltung bleibt, hat gar keine.
Wer nicht lernen will, der wird belehrt.
Um das, was etwas einem mehr ist, als es diesem bedeutet, wird es ihm weniger sein sodann.
Wer den Weg nicht weiß, dem steht alles im selbigen.
Wer für alles offen ist, der kann nicht ganz dicht sein.
Indem man dauernd schaut, was war und kommen wird, verpasst man ständig, was ist.
Wo nichts sein soll, greade da taucht alles auf.
Belasse jedem sein Glück.
„Erst wägen, dann wagen“ meint nicht nur, daß vor dem Wagen das Wägen sein sollte, sondern auch, daß nach dem Wägen soll folgen das Wagen.
Wenn nicht gestern und nicht morgen - wann dann?
Was jeder sein will und meint, er könnte es sein, das kann keiner mehr sein.
Jede Wahl bringt Qual - davor wie auch danach.
Wer Vertrauen hat, der hat seinem Gegenüber zu danken, daß er sich dieses gegenüber zu leisten vermag.
Wenn alle Teile des Ganzen so groß wären wie sie es sein wollen, dann wäre dadurch größer das Ganze und so auch diese wieder kleiner darin.
Kaum wird etwas durch die Blume gesagt, schon welkt es dahin.
Weil Aufrichtigkeit eine Haltung ist, kann man keinen aufrichten, ohne daß man Gefahr läuft, ihn ständig halten zu müssen.
Kurz nachdem man damit begonnen hat, etwas zu übersehen, neigt man im nächsten Schritt zu Höhenflügen.
Morgen musst Du leben, was Du dir heute hast dahergesagt.
Wer anfängt, auf und ab zu rechnen,
der hat aufgehört zu lieben
und muß dann mit allem rechnen.
Wer sich in seinem Nest allzu wohl fühlt, der übt seine Flügel nicht.
Wer seine Hände in Unschuld wäscht, hat sich schuldig gemacht zuvor.
Je größer die Worte, desto kleiner die Tat.
Die Wege des geringsten Wiederstandes führen meist bergab.
Jeder Gewinn an Freiheit erfordert ein entsprechendes Maß an Verantwortung, mit diesem Zugewinn umzugehen. Wer sich dieser Verantwortung nicht stellen will oder kann, der gerät in der Folge in größere Unfreiheit als je zuvor.
Selbstvertrauen: wer sich selbst traut, der traut auch den anderen und die ihm ebenso.
Was Du nicht entscheidest, das entscheidet die Zeit für dich.
Was Du denkst, es wird nie sein, das wird oft in Gänze dein und was du meinst, es wird dir sein, wird nie und nimmer dein.
Etwas gut sein lassen, so wie es ist, das gerät in dieser bösen Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten zur Unmöglichkeit.
Lieber gegeneilig als eilig dagegen.
Wer keine guten Gründe hat, der soll halt seine schlechten nehmen.
Wenn einer gute Gründe hat, etwas zu tun, dann sind seine schlechten nicht weit.
Im Grunde bildet man sich Gründe nur ein.
Um etwas ins Leben zu rufen, muss man einen guten Ruf haben.
Noch geringer als das Wenige ist das Wennige.
Wer einen Weg zurücklegt, hat hernach vorne keinen mehr.
Man kommt zwar viel herum, doch um nichts kommt man herum.
Lass es gut sein – sehr gut sogar.
Wem etwas reicht, den erreicht es künftig nicht mehr.
Was auch immer wir uns vor–nehmen: nicht immer will es sich geben uns.
Wo keine Würde, da auch kein Werden.
Manches wird endgültig, auch wenn wir es nicht gelten lassen.
Wer sich um etwas verdient macht, der hat seinen Herrn gefunden.
Wenn man etwas spürt, dann nimmt man die Zeichen seiner Nähe wahr. Wenn man etwas fühlt, dann weiß man dieses genau dort, wo man es fühlt. Wenn man etwas empfindet, dann findet man etwas in sich, wo auch immer dies ist.
Je größer die Zielsetzung, desto größer die Gefahr des Aufstandes.
Wem nichts einleuchtet, dem kann man seine Verschlossenheit so hell ausleuchten wie man es nur vermag und es wird diesen doch nichts richtig scheinen.
Je mehr einer beschließt, um so mehr zeigt sich das Beschlossene als geschlossenes Ganzes, und je mehr Entschlüsse einer fasst, desto mehr nähert dieser sich Entschließende der Entschlossenheit zugleich.
Wenn ein Entschluss keine ein Neues betretende Wirkung hat, so kann man eine sperrende Tür in falscher Richtung durchlaufen haben.
Wenn Vorraussetzungen nicht gegeben sind, so schreite man zunächst einmal darüber hinweg und sehe, ob einem diese hinterher setzen mögen.
Was du darstellen willst, musst Du auch bekörpern können.
Lass es gut sein und wenn das nicht geht, dann lasse es wenigstens.
Was du nicht vollbringen kannst, das bringe auch nicht halb.
Nicht das Unglück, sondern das Glück sollte man be–dauern und zwar nachhaltigst sogar.
Die größte Aufgabe ist, nicht aufzugeben.
Wer sich um seine Zukunft sorgt, der kann als ein um sie herum besorgt Seiender wohl schwerlich zugleich in ihr zu seinem Platz gelangen.
Kaum kommen wir dem Leben bei, da ist es schon vorbei gegangen.
Kaum fand ich mich vor, da befand ich mich klein und hernach folgte eben dem ein jeder - von mir nicht neu bemessen. Wäre ich doch meines Seins unbewusst ins Künftige geirrt hinein!.
Mit der Entscheidung für das Ziel beginnt das Suchen nach dem Weg.
Wer äußerem Reichtum anstrebt, bevor er in sich wohl und habend wird, den wird auf diesem Weg das Glück niemals erreichen.
Jede Gier zeugt von einem ständig Darben.
Das einseitige Geschenk und die einseitige Gefälligkeit, welche man einem zukommen lässt, sind die schnellsten Wege, sich diesen zum Feinde zu machen.
Wenn alles Sinn machte, wo kämen wir hin mit all diesem Sinn?



Ralf Rabemann

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Zitate

texte/aphorismen/folgerungen.txt · Zuletzt geändert: 2016/08/13 01:24 von rabemann
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