Aphoristische Wertungen

Törichte Gedanken sind beängstigend große Tore in den engen Gängen der Vorstellung.
„Schön und gut“ - schön wärs.
„Wäre“ und „hätte“ sind die in die Vergangenheit gerichteten „würde“ und „sollte“ der Zukunft und haben mit ihnen gemeinsam das Nichts im Sein und Tun der Gegenwart.
Das ist die größte Kunst, sein Tun und Warten in den rechten Takt zu bringen.
Wenn dir wichtige Dinge dringend werden, dann hast du zuvor gesäumt.
Wem es gelingt, alles Seiende zu nehmen als ein Gegebenes, dem fehlt nicht mehr viel, sich ständig als beschenkt zu finden.
Es steht so viel geschrieben, daß es keiner mehr lesen will.
Der größte Schatz ist, von anderen geschätzt zu sein.
Gut ist besser als besser sein wollen.
Der natürliche Feind des Guten ist das Bessere.
Jeder verlassene Kampf ist ein Sieg.
Fleiß macht nur Sinn, wo er nicht nötig ist.
Den größten Verstand hat, wer ihn nie ganz zeigen muß.
Wenn alles so normal wäre, wie jeder meint, was normal sei, so gäbe es gar nichts normales mehr.
Die Mutter der Zeit ist die Langweile.
Nicht das Geld verdirbt den Charakter, sondern seine Wertschätzung.
Im Wünschenswert überbieten sich alle.
Einen Rat, der dem entspricht, was man vorhatte, nimmt man gerne an. Die schlechten Ratgeber wissen dies zu nutzen.
Was angemessen erscheint, das bemißt sich jeder nach seinem Maß.
Mancher Verstand reicht nur bis zum ersten Bedenken.
Manche wollen Recht behalten, ohne es je gehabt zu haben.
Es möge ein jeder genug Geist zum Sprechen und genug Vernunft zum Schweigen haben - und genug Mut, sich zu bekennen zu beidem.
Es gibt die Hilfsbereiten und die Helfenden.
Der Pessimist hat immer recht, der Optimist auch.
„Richtig“ und „Falsch“ - dazwischen erheben sich die riesigen Bollwerke der Dummheit, der Ignoranz und der Borniertheit.
Einsicht allein ist keine Kunst.
Die Frage der Einsicht stellt sich insbesondere dann, wenn eine andere Sicht zur Auswahl steht.
Klug sind die, denen es gelingt, selbst von Dummen noch zu lernen und dumm sind die, die selbst von den Klügeren nichts zu lernen vermögen.
Verschweigen lässt sich nur das, was man auch sagen könnte.
Im Spiel lernt man das Leben, indem es nach einer Weile immer von der ersten Entscheidung zum nächsten, zweiten Erkennen führt, sein Tun nicht ganz dem Ziel zu widmen, sondern dem schweren Weg zu diesem.
Im Licht der Jugend werden die Tugenden sehr licht.
Leben: so la la.
„Mein Leben lang“: dieser vermeintlich unendliche Gedanke - wie kurz ist der!
Die Klugheit bringt Sucht,
denn der Kluge sucht Macht,
weshalb immer er sucht,
was ihn noch klüger macht. >Als Tiefe täuschen manche ihre Leere vor.
Unser ganzes Sein ist Schein einer Begegnung mit einer mehr empfundenen als vorhandenen Wirklichkeit.
Man kann nichts vereinfachen, indem man etwas vervielfacht - dies gilt insbesondere für den Einsatz eigener oder fremder Kräfte und alle sonstigen Kapazitäten, denn mehr Einsatz beschleunigt zwar die Abläufe, erhöht jedoch die Komplexität und die daraus folgenden Probleme. Dies gilt insbesondere dann, wenn es gegenteilig zu sein scheint.
Das Können und die Tugend sind zugleich der Lohn für den, der eines sich zu eigen macht
Deine guten Taten wirken dir ein Leben lang und vielleicht noch länger.
Schritt für Schritt vielleicht erträumtes Reichsein erreichen oder durch mehr Sinn im Sinn sofort in reicherem Sein.
Das Mittelmaß ist stets ganz unten.
Laster sind nur dem eine Last, der diese nicht hat.
Das schwächste Glied einer Kette bestimmt deren Wert.


Ralf Rabemann

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Zitate

texte/aphorismen/wertungen.txt · Zuletzt geändert: 2016/08/13 01:26 von rabemann
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