Erwartungen

Jeder spricht so, wie alles ihm scheint und jedem scheint alles so, wie er es sich scheinen läßt, indem er sich das vom ihm Ausgesprochene ständig herbei befürchtet oder sich dieses herbei wünscht und erdenkt. Denn indem wir uns das, was wir haben, in unsere Worte, unsere Sprache, unser Denken und unser Erleben erfassen und verfassen, sprechen wir jeder für andere deutlich vernehmbar nicht nur unsere empfundene, sondern unsere tatsächliche Wirklichkeit täglich neu herbei.

Dies sehen wir bei den einen mit Schrecken und bei den anderen als eine wahre Kunst des Lebens und Erlebens. Und bei uns selbst - wie auch immer es uns sein soll - sehen wir es stets als das eine uns Rechte und Wahre, das uns eben so ist wie es uns ist. Und eben das ist die uns allen große Illusion unseres Lebens, mit der wir alle das unsere mehr oder weniger blind oder sehend durchschreiten.


Ralf Rabemann

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Anmerkungen zur Kunst

texte/anmerkungen/erwartung.txt · Zuletzt geändert: 2015/01/02 04:02 von rabemann
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